Kind richtig auf die Schule vorbereiten – Fähigkeiten, Ängste, Motivation

Schulkind am ersten Schultag nach der Vorbereitung für die Schule

Ein neuer Abschnitt

Dem Eintritt in die Schule sehen alle erwartungsvoll entgegen. Die Eltern wissen, es wird eine neue Zeit anbrechen, die mit vielen Änderungen einhergeht.

Die neue Etappe des Kindes nimmt bereits, bevor sie begonnen hat, mehr und mehr Raum im Alltag der Familie ein. Freudig aufgeregt wird der Schuleintritt in Gesprächen zum Thema Nummer 1. Da wird geplant und überlegt, wie das Fest des Schuleintritts gestaltet, welche Schultüte womit gefüllt werden könnte und welcher Schulranzen der geeignetste ist.

Nicht wenige Eltern verbringen die Vorschulzeit angespannt mit der Frage: Ist mein Kind startklar für die Schule?

Step by step

In der Gemeinschaft

Wenn das Kind die Vorschulzeit in einer Kindertagesstätte verbringt, ist es vorteilhaft, wenn die Betreuung der Kinder dort durch pädagogisches Fachpersonal erfolgt. Das ist ein Gewinn für die kindliche Entwicklung einerseits aber auch für die Eltern, die damit die Möglichkeiten der Information über den Fortschritt ihres Kindes erhalten. Das gibt den Eltern Sicherheit.

Das Miteinander

In der Gemeinschaft lebt man nicht allein. Das ist gut so und muss geübt werden. Wenn das Kind aus der familiären Geborgenheit heraus seinen Platz in einer Gruppe von Gleichaltrigen finden möchte, ist das nicht immer leicht. Treffen doch kleine Persönlichkeiten mit verschiedenen Eigenschaften und sozialen Erfahrungen aufeinander.

Dann ist es gut, wenn der Schulanfänger Gelegenheit hatte, den Umgang miteinander zu erleben und das Wechselspiel mit den anderen zu probieren. Seine Erfahrungen werden ihm nützlich sein, wenn eine neue Situation gemeistert werden muss.

Das Miteinander geht mit Regeln einher. Gut ist, wenn Kinder angehalten wurden, gesetzte Regeln einzuhalten und bereits gelernt haben, dass sie nicht verhandelbar sind.

Keine Angst vor Unbekanntem

Im klaren Vorteil sind Kinder, die über eine breite Palette der Kommunikation verfügen. Körpersprachliches Agieren in der Kombination mit einer altersentsprechend gut entwickelten verbalen Ausdrucksmöglichkeit sind für den Austausch untereinander wichtig. Wer gut verstanden wird, verschafft sich Gehör.

Den Kindern, die vor Schuleintritt erfahren haben, dass sie in der Gemeinschaft nehmen dürfen und auch geben sollten, fällt es leichter, einen eigenen Platz zu finden und respektiert zu werden. Wer bereits selbstständig ist, kann anderen hilfsbereit zur Seite stehen. Er wird geschätzt und kann ebenso auf Unterstützung hoffen.

Um sich selbst kümmern

Die Selbstständigkeit spielt beim Schuleintritt eine nicht unwesentliche Rolle. Kinder, die sich beispielsweise selbst ankleiden und die Nase putzen können, sind unabhängiger und schneller unterwegs. Beim Toilettengang und dem Händewaschen in eigener Regie wächst die Selbstbestimmtheit.

Wer seine Pausenbrote selbst auspacken kann, gewinnt Zeit für das Essen. Mit zunehmender Eigenständigkeit wächst das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen des Kindes.

Schau, was ich schon kann

Feinmotorik ausbilden

Nichts sollte ausgelassen werden, was die Entwicklung der Motorik des Kindes unterstützt. Waren beim Spaziergang das Balancieren auf Mauern und das Herunterspringen von großen Steinen ein Gewinn für die Geschicklichkeit, gewinnt in der Vorschulzeit die Herausbildung der Feinmotorik zunehmend mehr Bedeutung.

Der Umgang mit Besteck beim Essen, das Basteln mit Knete und Perlen, das Legen von Mosaik und vieles mehr sind die beste Vorbereitung auf die Benutzung des Stiftes, des Pinsels und der Schere.

Malen nach Vorlage oder des selbst entworfenen kleinen Kunstwerks sollten gebührende Anerkennung finden. Das Können im Umgang mit der Schere beim Schneiden entlang einer geraden Linie bis zum Kreis findet meist in unzähligen „Projekten“ der kindlichen Fantasie seinen Ausdruck. Jeder Fortschritt sollte ein Lob bekommen und dem Kind Ansporn sein für Verbesserungen.

Förderlich ist das gemeinsame Tun mit Unterstützung des Kindes durch Anleitung durch ältere Geschwister oder Erwachsene.

Fertigkeiten trainieren

Voraussetzung für das spätere Schreiben in der Schule ist die Sicherheit im Umgang mit einem Stift. Das zielgerichtete Führen kann mithilfe von Vorlagen, sogenannten Schwungübungen geübt werden. Dass Übung den Meister macht, trifft schon hier zu.

Mit dem Stift schräge und gerade Striche, Wellen und Bogen auf eine Linie zu bringen fällt dem Kind leichter, wenn vorher in spielerischer Form unzählige Schneemänner, Blüten und Blätter, Bälle und anderes gezeichnet worden sind. Keine Gelegenheit sollte ungenutzt bleiben.

Fähigkeiten entwickeln

Zuhören und Nachfragen zeigen, dass Eltern aufmerksam sind, wenn ihre Kinder so ganz nebenbei Erlebnisse wiedergeben. So wie die Eltern wird das Kind dann auch aktiv zuhören können- eine gute Voraussetzung für die Schule.
Für das Erzählen erfundener Geschichten braucht es Zeit. Ein kleines Gedicht oder einen lustigen Reim kann das Kind nebenbei lernen, um die Merkfähigkeit zu schulen.

Ebenso findet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten zu Hause oder unterwegs, Mengen bis 10 zu erkennen und zu zählen. Dabei sollte „mehr“ oder „weniger“, „grösser“ und „kleiner“, „dahinter“ oder „davor“ eine Rolle spielen.

Kleine Aufträge an das Kind Erledigung gerichtet, fördern sein Aufgabenverständnis. Die gemeinsame Hausarbeit bietet dafür viele Gelegenheiten.

Wenn Zweifel plagen

Du schaffst das

Ängste und Zweifel bei Kindern entstehen meist dort, wo die Erwachsenen selbst ängstlich durch den Tag gehen. Wer übermäßige Ängstlichkeit bei seinem Kind feststellt, sollte zuerst auf sich schauen. Selbstzweifel und übergroße Vorsicht der Erwachsenen verunsichern das Kind.

Kinder spiegeln unbewusst ihre Eltern und Bezugspersonen. In der Körpersprache allein drückt sich bereits Bestätigung oder Ablehnung aus. Lob und Anerkennung für eine Leistung des Kindes verfehlen nur dann ihr Ziel nicht, wenn sie ehrlich und in echter Überzeugung ausgesprochen werden.

Wer selbst nichts wagt und jedes Risiko vermeidet, kann nicht erwarten, dass sein Kind mutig von oben nach unten springt.

Wir freuen uns

Motivation ist alles. Kinder haben sie von Natur aus. Sie sind neugierig und abenteuerlustig.
Die Erwachsenen sollten keine Dämpfer der Freude auf Neues sein und selbst mit freudiger Grundstimmung der neuen Etappe entgegensehen. Das färbt ab!

Mit der Schule beginnt nicht der Ernst des Lebens! Freude und Spaß gehen mit auf den Weg.

Die Schultüte ist mit am Start und den Schulranzen auf- und absetzen kann das Kind schon längst perfekt!

Fazit

Der Übergang vom komplett umsorgten Kleinkind zum grösstenteils selbstständigen Schulkind ist nicht immer leicht und es bedarf einer Verhaltensänderung sowohl beim Kind das in die Schule soll, als auch bei den Eltern.

Benötigte Fertigkeiten lassen sich jedoch trainieren. Einerseits im Kindergarten, aber auch Zuhause sollte man sich etwas damit beschäftigen.